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Historie der Guglmänner
Es war im Jahre des Herrn 1151 - vier Jahre, bevor Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) in Rom zum deutsch-römischen Kaiser gekrönt werden sollte - als das Kreuzfahrerheer die schwarze Ratte, deren Flöhe die Pest verbreiten, nach Europa brachte. 1158 gründet Herzog Heinrich der Löwe die Stadt München. In Oberitalien wurde die Herrschaft Kaiser Rotbarts wiederhergestellt. Der Roncalische Hoftag beschloß die “Constitutio de regalibus”, welche die grundherrlichen, politischen und fiskalischen Rechte (Regalien) des Kaisers aufzählten. In diese Zeit reichen die Anfänge der Guglmänner zurück. 1170 wird der bedeutende Minnesänger Wolfram von Eschenbach geboren. (Parzival-Dichtung) 1180 besteigt der populäre Otto von Wittelsbach - der Freund und Retter Barbarossas in der Veroneser Klause - den bayerischen Herzogthron. Heinrich der Löwe war in Acht und Bann. Seither regiert in Bayern das Haus Wittelsbach als Herzöge, Kurfürsten, Könige. Der herausragendste Vertreter des bayerischen Königtums ist und bleibt König Ludwig II. Als Kaiser Friedrich Barbarossa 1190 auf dem dritten Kreuzzug im Fluß Saleph ertrinkt stürzt er das gesamte Heerlager in tiefe Verzweiflung. In namenloser Trauer hüllen sich die geharnischten Ritter in schwarze Mäntel und bedecken das Haupt mit einer schwarzen Kapuze. In einer Hand den Wappenschild, in der anderen eine brennende Pechfackel - das gab dem Leichenzug Kaiser Barbarossas ein schauriges Gepräge. Ob dieses Ereignis auf die Tracht der Guglmänner Einfluß nahm, ist nicht mit letzter Sicherheit zu sagen. Bereits im Jahre 1224 gibt es jedoch eine Begräbnisbruderschaft in Florenz. Die Guglmänner gelten seit der Pestzeit als Symbole des Todes und der Ermahnung der Lebenden; Abordnungen der Guglmänner schritten bei den Beisetzungsfeierlichkeiten für die bayerischen Monarchen stets dem Sarg voraus, angetan mit schwarzen Mönchskutten, Haupt und Antlitz bedeckt von einer schwarzen Gugl (Kapuze), in den Händen zwei gekreuzte Fackeln sowie die kostbaren Wappenschilde der verblichenen Bayernherrscher, ein schaurig-erhebender Anblick, der getreu dem Wahlspruch: Media in vita in morte sumus - mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben - an die Vergänglichkeit alles Irdischen gemahnen sollte. Diese geheimnisvolle Organisation existiert bis heute. Die Guglmänner sind überall dort als Mahner und Warner zugegen, wo das Andenken unseres geliebten Königs nicht die gebührende Achtung findet. Den Guglmännern kann man nicht beitreten - zum Guglmann wird man erwählt; erst in der dritten Stufe der Hierarchie (als Chevalier) bekommt der Schildknappe die Gugl (Kapuze). Der Orden der Guglmänner lebt und wirkt im Geheimen; weder die Zahl der Mitglieder, noch die Statuten, noch die Namen, noch die Versammlungsorte wurden jemals veröffentlicht. Das von Kaiser Konrad 1037 erlassene Gesetz “Constitutio de feudis” und der daraus folgende Brauch für die Erziehung der Ritter (7 Jahre Edelknabe, 7 Jahre Knappe, dann Ritterschlag mit zwei ritterlichen Zeugen; Beachtung der ritterlichen Ideale: Zucht, hohe Minne, Treue, christliche Barmherzigkeit) bildete die Grundlage für die Organisation und die hierarchische Struktur der Guglmänner bis herauf zum heutigen Tag. D i e 7 H i e r a r c h i e n d e r G u g l m ä n n e r :
Die Guglmänner SM. König Ludwig II. haben es sich zur Aufgabe gemacht, nicht zu ruhen, bis die Todesumstände vollkommen aufgeklärt sind. Der König war kein Selbstmörder und erst recht kein Mörder; wir werden es nicht zulassen, daß unser König diesen Rufmord und diese Schmach noch länger zu erdulden hat. Diese Geschichtsfälschung macht uns ärgerlich. Helfen Sie mit, die Wahrheit zu verbreiten!
![]() Zeitgenössische Darstellung (1886) der Guglmänner im Leichenzug Ludwig II. |